Max war hier. Ganz klar, die Beweise sind eindeutig. Die Katze am Baum oben zum Beispiel ist ein Beweis für die nächtliche Anwesenheit Maximilians. Auch das Fäkalientürmchen (Wie soll ichs besser sagen? Ich werde doch nicht Scheisshaufen schreiben, das geht doch nicht!) Also… Auch das Fäkalientürmchen vor dem Hauseingang ist ein Zeichen für Maxens Besuch. Ach so, Sie wissen nicht, wer Max ist? Alles klar, aber das klären wir noch…

Also. Um zu erklären wer Max ist, ist es am besten die Expertinnen zu Wort kommen zu lassen. Hier bitte die Erklärung: Max ist ein bitterböser, gemeiner, hinterhältiger und fiser Fiesling. Er ist das Böse an sich, der Belzebub in Person. Der Geifer rinnt aus seinem Maul, pfui, Ekel! Stinkender Atem verpestet die Luft, sobald er in der Nähe ist. Er ist der Gottseibeiuns! Das sagen unsere Expertinnen über Max. Ich bin nicht sicher, ob sie recht haben, ich mag Max.

Max, das ist der Hund der Nachbarin. Er kommt ab und zu mal vorbei und schaut was so los ist bei uns. Und das Hundefutter, das er dann kriegt, interessiert ihn auch sehr. Dann rinnt ein bisschen der Speichel. 😉 Ist aber nicht schlimm, er ist halt ein Hund.

Nein, nein, schreien die Expertinnen! Es ist sehr schlimm! Genau das ist ja das Problem! Er ist ein Hund! Ein H-U-N-D. Also ein Hässliches, Unzivilisiertes, Neurotisches Dummtier.

Na ja, die Meinungen sind in dem Punkt offensichtlich unterschiedlich. Ich – wie gesagt – finde Max nett, ein wenig einfältig, aber im Grunde ganz OK. Die Damen im Hause sehen in ihm den leibhaftigen Gottseibeiuns. Kaum taucht er auf, stellen sie sich in Kampfposition und pfauchen ihn an, was das Zeug hält. Er nimmts gelassen – Kunststück, er ist ja 10 Mal so groß – und schimpft bisschen rum. Die Mädels kriegen dann Panik und rennen weg, soweit es geht. Er hinterher, sie irgendwo hin. Irgendwo… He he, das Wort ist problematisch… Wir werden gleich sehen warum. Also irgendwo. Irgendwo, wo er ihnen nicht folgen kann. Zum Beispiel auf die Pinie neben dem Haus. 10 Meter klettern sie hoch, denn man kann nicht sicher sein, ob der Leibhaftige nicht vielleicht doch auch fliegen kann. Er steht dann ein bisschen unten rum, bellt, zieht Kreise und irgendwann langweilt er sich und geht weg. So ist das halt mit Max…

Und gestern, da war er auch da, wie ich bereits erwähnt habe. Die Katze auf dem Baum ist der Beweis. Ich habe es ja gesagt.

Puh, die Katze auf dem Baum! Sie miaut, sie miaut! Es regnet und ihre königliche Majestät Caramel wird nass! Das geht natürlich nicht. Also muss sie miauen. Außerdem muss sie jemand abholen. Wer weiss wie lange sie schon am Baum rumsitzt. Entsetzliches Personal. Niemand kümmmert sich um sie. GAR NIEMAND! Es sind immerhin 10 Meter bis nach unten. Das kann sie nicht alleine machen. Sie ist eine KÖNIGIN. Sie will bitte getragen werden. Rauf gehts, mit Max im Rücken. Runter keinesfalls. Für runter ist das Personal zuständig.

OK, es regnet, ich habe keine Lust vor meinem Frühstück in den Regen zu springen und die Katze von ihrer eigenen Dummheit zu retten. Der Garten ist voll von Bäumen. 20 Obstbäume stehen dort rum und sie tun den lieben langen Tag nichts anderes als rumstehen. Marillen, Birnen, Zwetschken, Feigen… Jeder der Bäume bietet einen idealen Zufluchtsort für verfolgte Katzen. Jeder. Keiner der Bäume ist so hoch, das man nicht mit einer Leiter raufkann. Keiner. Keiner der Bäume hat einen so hohen Stamm wie die Pinie, auf die man nicht klettern kann. Nein, ich geh da nicht hinaus!

Zumindest nicht jetzt.

Gesagt, getan. Ich geh nicht raus. Das Frühstück schmeckt natürlich nicht so dolle, wenn die Katze miaut und ihre Not kundtut. Nö, es bleibt einem der Bissen im Halse stecken. Aber ich geh nicht raus. Es regnet und das dumme Vieh ist selbst schuld… Caramal miaut… Also doch raus in den Regen. SoeinMistaberauchheute. Der Stamm ist unbezwingbar, ichhabs ja gewusst. Besser ich hole die Leiter. Hm. Die Leiter ist zu kurz, das hatten wir bereits letztes Mal. Besser ich frage den Nachbarn… Puh. Das Dienstbotenleben ist schwierig…

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